1922           95 Jahre           2017

Musikkorps Herold Pye e.V.

Vorgeschichte ab 1922 ab 1947 ab 1972 ab 1997

Die Chronik des

Gr�ndungsst�tte
Die Geburtstätte des Musikkorps
... und danach ...
Bis 1927 war die Gaststätte Feldkamp unser Vereinslokal...

- 1922: Die Gründung -

Das eigentliche Ziel, die Gründung einer richtigen Blaskapelle, wurde nicht aus den Augen verloren. Im Jahre 1922 war es soweit: Ein Jahr nach der Bildung des Männerchores ’Sängerlust’ Pye folgte die Geburtsstunde des Musikkorps ’Herold’ Pye.

Trotz der anstehenden enormen Schwierigkeiten rissen einige Enthusiasten die anderen mit. Wenige Vereinsgründer nahmen bei auswärtigen Musiklehrern Unterricht (Bernhard Lahrmann nahm bei Herrn Fehring in Eversburg Trompetenunterricht und bald schloß sich Gerhard Kohlbrecher an.), die anderen entschlossen sich zum Selbstunterricht an gemeinsamen Übungsabenden. Instrumente und Noten wurden (durch Josef Feldkamp) beim Instrumentenbauer Feldkamp in Osnabrück beschafft. Dazu mußten wegen der noch nicht beendeten Inflation auch Butter und Schinken zum Handel mit eingesetzt werden. (Ein Traditionsstück wurde die alte, große Trommel, die von der 1898 aufgelösten Bergwerkskapelle Piesberg stammte.)

Für die Probeabende hatte Bäckermeister Heinrich Feldkamp, seinerzeit Hausherr auf dem ’Herold’, seine Küche, die Diele und die ’Hiele’ zur Verfügung gestellt. Hier trafen sich die aktiven Gründer zu regelmäßigem Üben: Franz Bartke, Alex Boberg, Anton Feldkamp, Bernhard Feldkamp, Ferdinand Feldkamp, Johannes Feldkamp, Josef Feldkamp, Karl Feldkamp, Heinrich Fip, Anton Kohlbrecher, Gerhard Kohlbrecher, Bernhard Lahrmann, Heinrich Langkamp, Josef Schulte und Hermann Stoppe. Franz Feldkamp, Heinrich Feldkamp und Heinrich Stoppe zeichneten als fördernde Gründer.

Geleitet wurden die Übungsabende, die dreimal in der Woche stattfanden und sich oft bis nach Mitternacht ausdehnten, vom ersten musikalischen Leiter Bernhard Feldkamp.

Nach Jahr und Tag stellte sich die Kapelle anläßlich einer Dampferfahrt nach Bad Essen - veranstaltet von der Kanalverwaltung und dem Hollager Gesangverein - dann erstmals der Öffentlichkeit vor. Schützenfeste, Pferderennen in Vehrte, Garten- und Feuerwehrfeste schlossen sich an und festigten den guten Ruf des Musikkorps.

Dabei gab es natürlich auch lustige Begebenheiten zu berichten. So, als man nach lang durchspielter Nacht den Heimweg nach Pye abkürzungshalber gleich quer durch die Hase nahm, was einen Pyer Bürger zu folgendem Spruch animierte:

De Bücksen krus, denn Popo natt,
goht no Hus un schiarmt ju wat!

Die Teilnahme an kirchlichen Veranstaltungen war eine weitere Aufgabe, der sich die Gründer des Musikkorps 'Herold' verschrieben hatten. So wurden die alljährlichen Prozessionen und Wallfahrten in den Nachbargemeinden Wallenhorst, Hollage und zeitweise in Eversburg unter reger Beteiligung der Mitglieder musikalisch mitgestaltet.

Im Zuge dieser Aufwärtsentwicklung hatten auch weitere Mitglieder den Weg zu 'Herold' gefunden, so daß im Jahr 1927 die Übungsabende in die Gastwirtschaft Tepe (heute 'Alte Schmiede') verlegt wurden.

Wie auch anderswo, wuchsen beim 'Herold' die Bäume nicht in den Himmel: Durch Heirat fielen einige gute Kräfte aus, die Gründung von Blaskapellen in Atter, Haste und Lechtingen belasteten das Musikkorps zusätzlich. Nicht zuletzt riß auch der Tod immer wieder schwer zu schließende Lücken.

Dann brachte das Hitler-Regime ab 1933 weitere große Belastungen mit sich: Maiumzüge und musikalische Umrahmungen von politischen Veranstaltungen wurden unentgeltlich gefordert und ließen die Leistungsbereitschaft rapide sinken. Da man sich zudem nicht in braune Uniformen stecken lassen wollte, wurde der offizielle Spielbetrieb schließlich ganz eingestellt. Während des 2.Weltkrieges gab es nur noch gelegentlich Proben in einer Notbesetzung.

Beim Zusammenbruch des Hitler-Regimes war es dem wagemutigen Einsatz von zwei Vereinsmitgliedern zu verdanken, daß den alliierten Soldaten, die bereits im Vereinslokal waren, die große Trommel und der Blasbaß nicht in die Hände fielen. Dank dieser Tat konnte schon bald die Probenarbeit wieder aufgenommen werden. Unter der umsichtigen und unermüdlichen Führung der langjährigen Vorstandsmitglieder Josef Schulte und Gerhard Kohlbrecher erreichte die Kapelle schnell wieder ihren alten Rang und Namen bei Veranstaltungen aller Art.